Sprachwissenschaftlerinnen führten Interview im Rotbachdorf

Am 06.11.2024 besuchten Hanna Zimmermann und Lena Felden Sinzenich. Die Beiden haben sich zur Aufgabe gemacht, sich für den Erhalt der hiesigen Mundart und des Brauchtums einsetzen. Die Sprachwissenschaftlerinnen führen derzeit für den in Swisttal Ollheim beheimateten Verein „Löck für os Heematsproch“, der vom Landschaftsverband Rheinland finanziert und unterstützt wird, Gespräche und Interviews mit Menschen, die das hiesige Platt noch beherrschen und etwas über Heimat und Brauchtum erzählen können. Die Gespräche werden aufgezeichnet, gesammelt, ausgewertet und sollen der Konservierung und Erhaltung des Brauchtums und des hiesigen Dialekts dienen, der leider immer mehr in Vergessenheit gerät.

Hanna Zimmermann und Lena Felden waren bei Hedwig und Uwe Kleinert zu Gast, die in dem 2-stündigen Gespräch, dass vorwiegend auf Platt geführt wurde, beispielsweise erfuhren, wie in Sinzenich im Frühjahr „Marmelwettbewerbe“ ausgetragen wurden oder wie sich die Jugendlichen beim „Dschangeln“ ein paar Groschen zum Taschengeld dazu verdienen konnten. Höppekääsje und Jummitwist waren damals eher den Mädchen vorbehalten. Hedwig und Uwe Kleinert wussten auch zu erzählen, mit welchen Sprüchen die Messdiener früher vor Ostern klappernd durch Dorf zogen und wie man am „Drähbüdche“ sein Kirmesgeld los werden konnte. „Ze Fasteloovend jinge mer Rummele, öm, wie die Kinder das heute an Halloween machen, von Tür zu Tür „Kamelle ze sammele“, so Uwe Kleinert. So zog sich das Jahr mit seinen Sitten und Gebräuchen wie ein bunter Faden durch das kurzweilige und zeitweise sehr humorvolle Gespräch. Interessiert hörten die beiden Damen auch zu, als Uwe K. von den bisher durchgeführten und geplanten Projekten der Dorfgemeinschaft Sinzenich berichtete, welche sich ebenfalls mit dem Erhalt von Dialekt und Brauchtum beschäftigen.

Hanna Zimmermann und Lena Feller erläuterten abschließend, dass sie bei den bisher geführten Gesprächen bereits viele neue Eindrücke sammeln konnten. Zudem war zu erfahren, dass für das Projekt eine zweijährige Arbeitszeit bis August 2025 eingeplant ist. Dann sollen die durchgeführten Erhebungen ausgewertet und eine Online-Bibliothek mit allen Erzählungen erstellt werden.

Mit der Bitte, sich nach möglichen weiteren Interviewpartnern umzuhören, verabschiedeten sich die Sprachwissenschaftlerinnen und bedankten sich herzlich für das Gespräch.

Auszüge aus den Erhebungen, Gesprächen und die Ankündigung von mundartlichen Veranstaltungen des Vereins finden sich auf der Homepage: www.huus-fuer-os-heematsproch.de