Das Ehrenmal und die neuen Informationstafeln
Erinnerung bewahren – Geschichte zugänglich machen
Das Ehrenmal in Sinzenich erinnert an Menschen, die durch Krieg und Gewaltherrschaft ihr Leben verloren haben. Ihre Namen gehören zur Geschichte unseres Dorfes und mahnen bis heute zu Frieden und Menschlichkeit.
Da die ursprünglichen Aufschriften im Laufe der Zeit nur noch teilweise lesbar waren, beschloss eine Arbeitsgruppe der Dorfgemeinschaft Sinzenich e. V., das Ehrenmal durch neue Informationstafeln zu ergänzen. Eine unmittelbare Erneuerung der alten Inschriften wäre nur mit großem Aufwand und mit Eingriffen in die historische Substanz des Denkmals möglich gewesen.
Den neuen Tafeln gingen umfangreiche Nachforschungen voraus. Die ermittelten Namen und Daten werden dort übersichtlich und in chronologischer Reihenfolge dargestellt. Ausführliche Hintergründe, Zeitzeugenberichte und persönliche Schicksale können auf den Tafeln jedoch nur begrenzt berücksichtigt werden.
Diese Internetseite erweitert deshalb den Erinnerungsort um eine digitale Dokumentation. Sie erläutert die Entstehung der Tafeln, beschreibt die Recherche und bewahrt weiterführende Informationen für Angehörige, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Schulen und die Presse.
Das Ehrenmal bewahrt die Namen – die Website erzählt die Geschichte dahinter.
Wie Namen und Schicksale rekonstruiert wurden
Eine historische Spurensuche
Die Angaben auf dem Ehrenmal ließen sich nicht einfach übertragen. Zwar existierten verschiedene Listen mit den Namen der Kriegsopfer, diese waren jedoch anders geordnet als die ursprünglichen Inschriften und wichen teilweise voneinander ab. Zudem waren von einigen Aufschriften nur noch einzelne Buchstaben oder Namensfragmente zu erkennen.
Uwe Kleinert begann deshalb eine umfangreiche Spurensuche. Er untersuchte die verbliebenen Schriftzüge, ertastete kaum sichtbare Vertiefungen und wertete vergrößerte Fotografien aus. Die entzifferten Fragmente verglich er mit bekannten Sinzenicher Familiennamen, Sterbedaten sowie den Angaben auf den Kriegsgräberkreuzen des Friedhofs.
Auch Zeitzeugenberichte und vorhandene Aufzeichnungen wurden gesammelt und gegenübergestellt. Auf diese Weise ließen sich Widersprüche erkennen, fehlerhafte Angaben berichtigen und bislang fehlende Personen ergänzen. Wo sich ein Geschehen nicht zweifelsfrei klären ließ, wurde dies entsprechend kenntlich gemacht.
Aus den zwischen März und Oktober 2025 durchgeführten Recherchen entstand schließlich eine neue, chronologisch geordnete Namensliste. Sie bildet die Grundlage der Informationstafeln und berücksichtigt auch weitere dokumentierte Kriegsopfer, deren Namen zuvor nicht am Ehrenmal aufgeführt waren.
Die neuen Tafeln sind damit weit mehr als eine gestalterische Erneuerung: Sie beruhen auf einer sorgfältigen Rekonstruktion, die Namen wieder lesbar macht und die Erinnerung an die Menschen dahinter bewahrt.
Die Kriegsereignisse in Sinzenich
Der letzte Kriegswinter 1944/45
Vom November 1944 an rückte der Krieg immer näher an Sinzenich heran. Bombenangriffe, Artilleriebeschuss und schließlich die Kämpfe beim Einmarsch amerikanischer Truppen forderten zahlreiche Opfer unter der Bevölkerung. Die folgende Zeitleiste fasst die bislang rekonstruierten Ereignisse zusammen.
Die Zeitleiste zeigt, wie stark sich die Kampfhandlungen innerhalb weniger Monate verdichteten. Hinter jedem Datum stehen Menschen, Familien und Erlebnisse, die in den überlieferten Zeitzeugenberichten noch deutlicher hervortreten.

Menschen und Einzelschicksale
Hinter jedem Namen steht ein Leben
Die Informationstafeln bewahren Namen und Daten. Die überlieferten Berichte lassen in einigen Fällen darüber hinaus erkennen, welche Menschen und Familien von den Kriegsereignissen betroffen waren.
Nicht jedes Schicksal kann heute noch vollständig rekonstruiert werden. Deshalb wird in der folgenden Darstellung zwischen dokumentierten Angaben, wahrscheinlichen Abläufen und mündlichen Überlieferungen unterschieden.
Jüdische Familien in Sinzenich
Spuren jüdischen Lebens im Dorf
Jüdische Familien gehörten über viele Jahre zur Dorfgemeinschaft von Sinzenich. Ihre Wohnhäuser, ihre Lebenswege und ihre Schicksale sind Teil der Ortsgeschichte. Viele dieser Spuren sind heute im Straßenbild nicht mehr unmittelbar zu erkennen.
Dieser Abschnitt soll die Erinnerung an die jüdischen Einwohnerinnen und Einwohner bewahren und ihre früheren Wohnorte wieder sichtbar machen. Grundlage dafür bilden historische Unterlagen, überlieferte Angaben und ein noch zu ergänzender Ortsplan.
Quellen und Dokumente
Grundlage der historischen Aufarbeitung
Die Darstellung auf dieser Seite beruht auf unterschiedlichen Quellen, die im Rahmen der Recherchen zusammengetragen und miteinander verglichen wurden. Dazu gehören schriftliche Aufzeichnungen ebenso wie historische Listen, Fotografien und mündlich überlieferte Erinnerungen.
Verwendete Quellen
- erhaltene Fragmente der ursprünglichen Aufschriften am Ehrenmal
- verschiedene Namens- und Opferlisten
- Sterbedaten und Angaben auf den Kriegsgräberkreuzen des Sinzenicher Friedhofs
- Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen
- Aufzeichnungen von Waldemar Hanstein
- historische Luftaufnahmen aus dem Jahr 1944
- ein Beitrag von Frau Kleinert in dem 2013 vom Zülpicher Geschichtsverein veröffentlichten Buch „Kriegsjahre und Leben nach 1945 in Zülpich und im Zülpicher Land“
- die von Uwe Kleinert zwischen März und Oktober 2025 vorgenommenen Recherchen und Aufzeichnungen
Die Quellen wurden miteinander abgeglichen, um Namen, Daten und Ereignisse möglichst verlässlich zu rekonstruieren. Wo Angaben nicht eindeutig belegt werden konnten oder lediglich mündlich überliefert sind, wird darauf in der Darstellung ausdrücklich hingewiesen.


